Burnham "offen" für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel
Der britische Premierminister Andy Burnham ist nach eigenen Worten "offen" für eine formelle Entschuldigung für die britische Rolle im früheren transatlantischen Sklavenhandel. "Ich möchte mein Bedauern und mein Mitgefühl für den Schmerz und das Leid so vieler Millionen Menschen ausdrücken", schrieb Burnham am Samstag in einem Gastbeitrag im "Guardian". Reparationen schloss Burnham aber ausdrücklich aus.
Der transatlantische Sklavenhandel sei eine "brutale und barbarische Verletzung" der Rechte der Versklavten gewesen, führte Burnham weiter aus. Seine Regierung strebe heute einen "Dialog mit den Betroffenen" an. Er sei "offen" für eine Bitte um Entschuldigung im Namen des britischen Staates, die ein "wichtiger Bestandteil des Prozesses" sein könnte.
Finanzielle Entschädigungen an die Nachkommen von Opfern oder andere Staaten wies Burnham aber zurück: "Ich glaube nicht, dass das die richtige Antwort ist." Schließlich könnten Briten heute "nicht für historische Verfehlungen haftbar gemacht werden, die in einem anderen Zeitalter begangen wurden und an denen sie persönlich nicht beteiligt waren". Stattdessen sollte die "Commonwealth-Familie" enger zusammenarbeiten.
Der Beitrag erschien kurz vor einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder in Antigua und Barbuda. Eröffnet werden soll der Gipfel am Sonntag vom britischen König Charles III., der sich bereits seit Tagen in der Karibik aufhält. Er hatte am Dienstag auf den Bahamas von "großem Leid" in der Vergangenheit gesprochen.
Großbritannien profitierte über Jahrhunderte von Kolonialismus und Sklavenhandel. 1833 verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Abschaffung der Sklaverei.
K.Laurent--PS