Ilse Aigner widerspricht Pessimisten: "Unser Land ist kein Problemfall"
Die als mögliche erste Bundespräsidentin gehandelte bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat vor zu viel Pessimismus in Deutschland gewarnt. "Unser Land hat Probleme. Aber unser Land ist kein Problemfall", schrieb Aigner in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Deutschland habe eine Zukunft, "und die sollten wir uns von niemandem nehmen lassen".
Die CSU-Politikerin räumte zugleich ein, dass viele Sorgen der Bürger berechtigt seien. Menschen sorgten sich um Arbeitsplätze, Wohlstand, soziale Absicherung, hohe Lebenshaltungskosten sowie "unkontrollierte Zuwanderung und Parallelgesellschaften". Probleme müssten offen benannt werden. "Wer berechtigte Sorgen ignoriert, überlässt den Radikalen das Feld", schreibt Aigner. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass "die Radikalen in unserem Land immer mehr die Deutungshoheit darüber gewinnen, wie es um Deutschland steht".
Aigner warb zudem für mehr Zuversicht und eine Rückbesinnung auf die politische Mitte. "Deutschland ist ein starkes, ein schönes, ein weltoffenes, ein liebenswertes Land", schrieb sie. Statt ständiger Empörung und Polarisierung brauche es "weniger Ideologie, mehr praktische Lösungen".
Aigner werden gute Chancen zugerechnet, im kommenden Jahr Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu werden. Unterstützung bekommt sie neben der CSU auch aus Reihen von CDU, SPD und Grünen. Sie wäre die erste Frau im Amt des deutschen Staatsoberhaupts.
R.Poirier--PS