Nach Explosion in Grenzgebiet: Südkorea wirft Norden Verletzung von Waffenstillstand vor
Nach einer vermutlich durch eine nordkoreanische Mine ausgelösten Explosion im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea vergangene Woche hat Seoul dem Nachbarland einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen vorgeworfen und Konsequenzen angekündigt. "Dies ist eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, und da Nordkorea die Verantwortung trägt, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Südkoreas Verteidigungsminister Kang Shin Chul am Dienstag vor dem Parlament. Bei dem Vorfall waren drei südkoreanische Offiziere schwer verletzt worden, einer verlor seinen Fuß.
Am Montag hatte Südkorea erklärt, die Explosion sei vermutlich von nordkoreanischen Minen ausgelöst worden. "Wir gehen davon aus, dass nordkoreanische Landminen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Explosion verursacht haben", erklärte der Vizevorsitzende des Vereinigten Generalstabs Südkoreas, Kwon Dae Won.
Die Minen seien etwa zehn Meter südlich der Demarkationslinie zwischen den beiden Ländern explodiert, erklärte Kwon weiter. Rund zehn Meter davon entfernt hätten nordkoreanische Streitkräfte "kürzlich Minen verlegt". Demnach explodierten zwei Landminen. Eine dritte, nicht detonierte Mine sei entdeckt worden, als sich die Soldaten nach der Explosion zurückzogen.
Seoul kündigte Konsequenzen an. Sollte die Untersuchung nach ihrem Abschluss zu dem Ergebnis kommen, dass Pjöngjang verantwortlich war, "würde Nordkorea die volle Verantwortung für den Vorfall tragen, und unsere Streitkräfte werden angemessene und entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Kwon, ohne nähere Angaben zu machen. "Alle notwendigen Optionen liegen auf dem Tisch", fügte er hinzu.
Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand. Beide Länder trennt die etwa vier Kilometer breite Entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses von Minen durchsetzten Streifens verläuft die Demarkationslinie.
Es handelt sich um eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen der Welt. Geschätzt 800.000 Landminen sollen sich dort in der Erde befinden. Einige sollen noch aus der Zeit des Krieges stammen.
I.Masson--PS