Aus den USA abgeschobene Migranten landen in Liberia
Im westafrikanischen Liberia sind die ersten 20 aus den USA ausgewiesenen Migranten eingetroffen. Der Flug mit den Migranten an Bord landete am Donnerstagmittag auf dem internationalen Flughafen des Landes, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der liberianischen Behörden können sie nun entweder das Land verlassen oder Asyl beantragen. Die Regierung hatte in dieser Woche angekündigt, im Rahmen eines Abkommens binnen eines Jahres bis zu 1200 Ausländer aus den USA aufnehmen zu wollen.
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump Anfang 2025 hat die US-Regierung ihre Bemühungen verstärkt, Ausländer außer Landes zu bringen. Dabei nehmen die Behörden inzwischen auch Menschen ins Visier, die während früherer Regierungen einen Aufenthaltstitel erhalten hatten, der sie vor einer Abschiebung in ihre Heimat bewahrt, weil ihnen dort Verfolgung drohen könnte.
Die Trump-Regierung vertritt allerdings den Standpunkt, dass eine Abschiebung in Drittländer durchaus legal ist - und bemüht sich deshalb um Abkommen mit anderen Staaten, damit diese die Menschen aufnehmen. Neben Liberia haben sich Sierra Leone, Äquatorialguinea, Ghana, Ruanda, der Südsudan, Kamerun, Eswatini und die Demokratische Republik Kongo zur Aufnahme von Abgeschobenen bereit erklärt.
In der Vergangenheit waren solche Abkommen oft mit finanziellen Anreizen für die Aufnahmeländer verbunden. Monrovia erklärte dagegen, es habe weder "Entschädigungen" noch "Belohnungen gefordert oder erhalten". Stattdessen helfe Washington dabei, das eigene Migrationssystem zu stärken. Die Partnerschaft mit den USA sei "rein humanitärer" Natur.
Zwei frühere Beamte des US-Außenministeriums sagten AFP dagegen, dass Washington afrikanische Staaten mit Visumsperren und andere Beschränkungen unter Druck setzt, damit sie Menschen aus Drittstaaten aufnehmen
O.Bertrand--PS