Papstreise nach Frankreich: Eine Million Menschen in Paris erwartet
Zweieinhalb Wochen vor dem Papstbesuch in Frankreich rechnen die Organisatoren mit etwa einer Million Menschen in Paris. "Wir sind freudig überrascht von dem großen Interesse, wir werden natürlich niemanden abweisen", sagte der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich am Dienstag in Paris. Es wird damit gerechnet, dass die Teilnehmer der Papstmesse am 26. September die gesamte Prachtstraße Champs-Elysée einnehmen und noch hinter dem Triumphbogen Bildschirme aufgestellt werden.
"Es ist eine Herausforderung, an eineinhalb Tagen etwa eine Million Menschen zu empfangen", sagte General Hervé Wattecamps, der in Paris die Vorbereitungen koordiniert. Wenn der Papst mit dem Papamobil durch die Straßen von Paris fährt, sollen alle Kirchenglocken der Stadt läuten.
Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Frankreich zu einem Staatsbesuch erwartet. Es ist der erste dieser Art seit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2008.
Zum Auftakt seines Besuchs will der Papst am Freitag, 25. September, mit Präsident Emmanuel Macron zusammentreffen und den Pariser Sitz der Unesco besuchen. In der Pariser Kathedrale Notre-Dame wird er mit mehreren tausend Priestern, Diakonen und Ordensleuten zusammenkommen.
Am Abend ist eine Begegnung mit etwa 80.000 jungen Menschen im Stade de France nördlich von Paris geplant. Bei dem Gebetstreffen soll die Sängerin Monroe auftreten, die Frankreich im Eurovision Song Contest vertreten hatte.
Am Sonntag will der Papst den Pilgerort Lourdes besuchen und dort mit bis zu 150.000 Menschen ebenfalls eine Messe unter freiem Himmel feiern. Die Mosaiken des slowenischen Geistlichen Marko Rupnik an der Fassade der Basilika sollen bis dahin komplett abgedeckt werden, da dieser mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert ist.
Der Besuch umfasst auch mehrere Begegnungen im kleinen Kreis. In Paris besucht er eine Einrichtung für Migranten, und in Lourdes trifft der Papst mit sieben Missbrauchsopfern zusammen. Er habe Wert darauf gelegt, dass es ein persönliches Gespräch werde, betonen die Organisatoren. Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte 2021 die Zahl der Missbrauchsopfer von Kirchenvertretern in Frankreich seit dem Jahr 1950 auf 330.000 geschätzt. Papst Leo trifft am Pariser Institut Catholique zudem mit Menschen zusammen, die sich auf die Taufe vorbereiten oder erst kürzlich als Erwachsene getauft wurden.
Der Papstbesuch endet in der ostfranzösischen Stadt Metz, dem Wohnort von Robert Schuman, einem der Gründerväter der EU. Die katholische Kirche hat ein Verfahren eingeleitet, um Schuman seligzusprechen. Zur Messe in der Kathedrale von Metz sind auch die Bischöfe von Trier und Speyer, Luxemburg, Namur, Liège eingeladen. Neben Macron werden auch andere europäische Staats- und Regierungschefs erwartet. Der Papst will in Metz für Frieden und Einheit in Europa werden.
Z.Garcia--PS