Zehn Tote bei israelischem Armeeeinsatz im Westjordanland
Bei einem israelischen Armeeeinsatz im besetzten Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Palästinenser getötet worden. Mehr als 80 weitere Palästinenser erlitten nach Angaben der Palästinenserregierung bei dem Einsatz in Nablus am Mittwoch Schussverletzungen. Die israelische Armee sprach von einem "Antiterroreinsatz", bei dem drei wegen Beteiligung an bewaffneten Angriffen oder geplanter Anschläge gesuchte Verdächtige "neutralisiert" worden seien.
Unter den Todesopfern ist nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium ein 16-jähriger Jugendlicher, die übrigen Getöteten seien zwischen 23 und 72 Jahre alt. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad erklärte, ein örtlicher Anführer ihres bewaffneten Arms sei unter den Todesopfern.
Ein AFP-Reporter beobachtete, wie israelische Soldaten im Zentrum von Nablus Tränengasgranaten in Richtung junger Palästinenser abfeuerten. Diese schleuderten Steine auf Militärfahrzeuge und setzten Reifen in Brand.
Die israelische Armee hat seit fast einem Jahr ihre Einsätze im Norden des Westjordanlands verstärkt. Dabei fahndet sie nach militanten Palästinensern, die "terroristischer" Aktivitäten verdächtigt werden. Besonders Nablus und Dschenin sind als Hochburgen bewaffneter Palästinensergruppen betroffen.
C.Thomas--PS