Nordkorea heizt Spannungen mit weiterem Raketentest an
Nordkorea hat am Montag den zweiten Raketenstart innerhalb von 48 Stunden ausgeführt. Südkoreanischen Angaben zufolge feuerte Pjöngjang zwei Kurzstreckenraketen ab. Nordkorea bezeichnete den Test als Reaktion auf eine gemeinsame Militärübung der USA und Südkoreas und richtete eine Warnung an die beiden Verbündeten. Der UN-Sicherheitsrat kommt an Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.
Pjöngjang hatte erst am Samstag eine Interkontinentalrakete abgefeuert, was die Bundesregierung und UN-Generalsekretär António Guterres verurteilten. Bei den am Montag von Nordkorea abgefeuerten Raketen handelt es sich nach Angaben des südkoreanischen Militärs um "zwei ballistische Kurzstreckenraketen".
Sie seien aus dem Gebiet Sukchon in der Provinz Süd-Pyongan abgeschossen worden und im Ostmeer gelandet, das auch als Japanisches Meer bekannt ist. Das südkoreanische Militär bezeichnete die Raketenstarts als "schwere Provokation" und forderte Nordkorea auf, sie "unverzüglich" einzustellen.
Auch Tokio bestätigte den Raketentest am Montag. Auf Antrag Japans kommt der UN-Sicherheitsrat am Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um über die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel zu beraten.
Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, bei dem Test am Montag seien "sehr große Mehrfachraketenwerfer" zum Einsatz gekommen, die "taktische nukleare Angriffsmittel" darstellten. Sie seien stark genug sind, um feindliche Luftwaffenstützpunkte "in Schutt und Asche zu legen".
Pjöngjang erklärte, die nordkoreanische Armee habe die Übung am Montag als Reaktion auf gemeinsame Übungen von Südkorea und den Vereinigten Staaten ausgeführt. Nordkorea machte beide Länder laut KCNA für die sich verschlechternde Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinseln verantwortlich.
Die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong, kündigte in einer am frühen Montag veröffentlichten Erklärung an, Pjöngjang werde weiterhin "entsprechende Gegenmaßnahmen" gegen Schritte Washingtons und Seouls ergreifen, die Nordkorea als Bedrohung empfinde. "Die Häufigkeit der Nutzung des Pazifiks als Schießplatz hängt vom Verhalten der US-Streitkräfte ab", sagte sie in einer von KCNA verbreiteten Erklärung.
Pjöngjang hatte am Samstag bereits eine Interkontinentalrakete abgefeuert und dies später als erfolgreiche "Überraschungsübung" bezeichnet. Die Übung habe Pjöngjangs "Fähigkeit zu einem tödlichen nuklearen Vergeltungsschlag" bewiesen. Die Vereinigten Staaten und Südkorea hatten als Reaktion auf den Raketentest am Sonntag gemeinsame Manöver der Luftwaffe abgehalten.
Die Bundesregierung verurteilte am Sonntag Pjöngjangs Start einer Interkontinentalrakete "auf das Schärfste". Der Raketenstart gefährde "sowohl die Sicherheit unserer Partner in der Region als auch die internationale Sicherheit in eklatanter Weise", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts.
Auch UN-Generalsekretär Guterres verurteilte Nordkoreas Start einer Interkontinentalrakete. Guterres habe Pjöngjang erneut aufgefordert, "unverzüglich von weiteren Provokationen abzusehen", ließ er über seinen Sprecher Stephane Dujarric erklären.
Die militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich zuletzt drastisch verschärft. Die kommunistische Führung in Pjöngjang droht immer wieder mit einer militärischen Eskalation in der Region und hatte zuletzt angekündigt, das eigene Atomwaffenarsenal "exponentiell" auszubauen. Angesichts der anhaltenden Provokationen Nordkoreas hatten Südkorea und die USA wiederum ihrerseits Ende Januar verstärkte Manöver angekündigt.
I.Moreau--PS