Aktivisten melden 15 Tote bei israelischem Angriff auf Damaskus
Bei einem israelischen Raketenangriff auf die syrische Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 15 Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten. Der Angriff in der Nacht zum Sonntag richtete sich gegen das Stadtviertel Kafr Susa, in dem ein Großteil des staatlichen syrischen Sicherheitsapparats und der syrische Geheimdienst untergebracht ist, wie die Beobachtungsstelle berichtete.
Ein zehnstöckiges Hochhaus in der Nähe eines iranischen Kulturzentrums wurde stark beschädigt. AFP-Reporter sahen einen großen Krater in der Straße vor dem Gebäude. Weitere Geschosse trafen laut der Beobachtungsstelle ein von der libanesischen Hisbollah-Miliz betriebenes Lagerhaus nahe Damaskus. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen.
Das syrische Verteidigungsministerium bestätigte den nächtlichen Angriff. Die Zahl der Todesopfer gab das Ministerium zunächst mit fünf an, darunter ein Soldat. 15 weitere Menschen seien verletzt worden. Die syrische Armee habe mehrere der von den israelisch besetzten Golanhöhen aus abgefeuerten Geschosse abgefangen. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte lediglich, Israel kommentiere keine "Berichte in ausländischen Medien".
Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 hat Israel hunderte Luftangriffe gegen das Nachbarland ausgeführt. Diese richten sich gegen syrische Regierungstruppen, vom Iran unterstützte Einheiten und die vom Iran ebenfalls unterstützte Hisbollah-Miliz. Wohngebiete in der Hauptstadt werden dabei jedoch nur selten getroffen.
Die syrische Regierung von Machthaber Baschar al-Assad wird vom Iran und der Hisbollah militärisch unterstützt. Israel äußert sich nur selten konkret zu seinen Luftangriffen in Syrien, betont aber immer wieder, es werde nicht zulassen, dass der seit der Iran sein Einflussgebiet bis an die israelische Grenze ausdehne. Der Chef der Einsatzleitung der israelischen Armee Oded Basjuk, hatte im Dezember betont, Israel werde "keine Hisbollah 2.0 in Syrien dulden".
F.Richard--PS